10.10.2010 // Stellungnahme Fan-Demo in Berlin »
Am 9. Oktober 2010 fand in Berlin am Alexanderplatz, wie schon im Jahre 2002, eine gemeinsame Demonstration vieler Fan- und Ultragruppen aus der ganzen Republik statt. Im Gegensatz zu der Vorgängerdemo, die das (inzwischen gescheiterte) Thema „Pro 15:30“ in den Mittelpunkt rückte, war leider diesmal kein wirkliches Thema der Veranstaltung und somit auch kein Ziel erkennbar. Stattdessen wurden alle irgendwie aktuell erscheinenden Probleme, wie Repression, Polizeigewalt oder Salami-Spieltage in einen Topf geschmissen und ein paar Mal mit dem geflügelten Wort vom „Modernen Fussball“ umgerührt. Dies erachteten wir als nicht konkret genug und ebenso wenig als zielführend. Darüber hinaus sahen wir uns nicht imstande gemeinsam mit Menschen zu demonstrieren, die abseits einer solchen Veranstaltung unsere Freunde und Mitglieder im Alltag überfallen, bedrohen oder sie feige beklauen. Die Entwicklung der hiesigen Ultraszene in diese Richtung missbilligen wir ausdrücklich, wenngleich auch wir uns sicherlich hinterfragen müssen. Desweiteren halten wir es für unglaubwürdig, mit Tausenden von Leuten „Fussballfans sind keine Verbrecher“ zu skandieren, nur um eine Woche später beim nächsten Auswärtsspiel von eben jenen Leuten schon posend am Bahnhof erwartet und angegriffen zu werden. Solange diese Dinge an der Tagesordnung sind, ist eine gemeinsame Demonstration einfach nur unglaubwürdig. Daher haben wir als Gruppe „Ultras Leverkusen“ die Reise nach Berlin geschlossen nicht angetreten und uns an jenem Tag lieber dem Wohle der eigenen Gruppe gewidmet.
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04.10.2010 // „Guantanamo BayArena?!“ »
Guantanamo? BayArena? Ihr fragt Euch sicher, was diese Zeilen zu bedeuten haben und wo hier der Zusammenhang besteht. Wir möchten dies an dieser Stelle kurz erklären. Beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt haben sich sicherlich einige von Euch gefragt, warum der Gästebereich sowohl vor Anpfiff, als auch bis 30 Minuten nach Spielbeginn zum Teil doch recht große Lücken aufwieß. Grund hierfür war eine Leibesvisitation, deren Art und Weise wir nicht kommentarlos hinnehmen wollen. Ein Großteil der mitgereisten Frauen aus Frankfurt wurde vor die Wahl gestellt, sich entweder, in einem extra dafür errichteten Zelt, vor zwei Mitarbeiterinnen des Ordnerdienstes bis auf die Unterwäsche zu entkleiden oder der Eintritt zur BayArena würde ihnen an diesem Tag verwehrt bleiben. Als Grund wurde gegenüber der Frankfurter Fanbetreuung von Seiten der Verantwortlichen angegeben, man hätte einen ernstzunehmenden Hinweis erhalten, dass Frauen an diesem Abend Pyrotechnik in den Block schmuggeln würden. In Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetzbuch steht geschrieben: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ An diesem Abend mussten sich Frauen allen Alters in einem Zelt, bei nasskaltem Wetter bis auf die Unterwäsche entkleiden. Abgesehen von einer persönlichen Demütigung wurde die Würde der mitgereisten Frankfurterinnen in keinster Weise „geachtet“ oder „geschützt“. In Anlehnung an die massiven Menschenrechtsverletzungen, welche sich im „Krieg gegen den Terror“ auf Kuba im „Guantanamo Bay Prison“ abgespielt haben, wollen wir überspitzt darauf aufmerksam machen, dass selbige „Inspektionen“ der Frankfurter Frauernkörper schon ähnliche Züge annehmen. Wenngleich die Geschehnisse auf Kuba, ohne Frage, eine weitaus schlimmere Form der Menschenrechtsverletzung verkörpern, müssen wir uns fragen, wie unsere Zukunft als Fans beim Betreten eines Fußballstadions aussieht. Müssen wir bei jedem Auswärtsspiel Angst haben, uns in einem Zelt vor wildfremden Menschen entkleiden zu müssen? Wie weit soll der Kontrollwahn noch gehen? Wir als Gruppe Ultras Leverkusen distanzieren uns von den Geschehnissen an jenem Abend und erwarten eine sachliche Aufarbeitung der Dinge, um in Zukunft solche unwürdigen Bedigungen den Gästefans in Leverkusen und Deutschland zu ersparen.
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29.07.2010 // Interview Stadionwelt »
Kurz vor Start der Bundesligasaison 2010/2011 haben wir ein kleines Interview mit Stadionwelt geführt. Thema war die letzte Saison, Unsere Stadionverbote und natürlich das 20. Jubiläum der Mad Boyz.
Nachzulesen hier: Stadionwelt Interview
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